Kulturpass: Was kann man damit machen? – Kunst und Kultur

Wenn die Tage wieder kürzer werden, die Temperatur nachlässt und herbstliches Wetter in Wien seinen Einzug hält, ziehen sich viele Menschen wieder in die eigenen vier Wände zurück. Dabei geschieht es schnell, dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Um diesem Zustand zu entgehen, bietet das kulturelle Angebot der Stadt Wien dem/ der Kulturinteressierten eine reichhaltige Abwechslung. So ermöglicht der Kulturpass Menschen, die ein niedriges Einkommen haben, das Angebot der Stadt Wien gratis oder vergünstigt zu nützen. Im Folgenden werde ich einige Kulturstätten (Museen, Kinos, Bücherei), die man mit dem Kulturpass nutzen kann, vorstellen.

1. Albertina

Beginnen möchte ich mit der Kunstsammlung, die in der „Albertina“ zu bewundern ist. Im Herzen der Stadt im ersten Wiener Gemeindebezirk unweit der Wiener Staatsoper gelegen, beherbergt die „Albertina“ Gemälde, die den Zeitraum von der Renaissance bis zur Gegenwart umfassen. Die Anfänge der Sammlung, die 1776 in Preßburg gegründet wurde, gehen auf Albert Casimir Herzog von Sachsen Teschen und seiner kunstsinnigen Frau Marie-Christine zurück. Zu den berühmtesten Werken, die in den Anfängen von Albert gesammelt wurden, zählen unter anderem Männerakte von Michelangelo, „Der Hase“ von Dürer und die Kinderportraits von Rubens. Mit dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie fielen die Kunstwerke der „Albertina“ in den österreichischen Staatsbesitz. Heute beherbergt das Museum auf zwei Standorten im Ersten Wiener Gemeindebezirk zwei wichtige und große Sammlungen, die die Kunst der Moderne umfassen:

A. Die Sammlung Batliner, die sich seit 2007 als Dauerausstellung der „Albertina“ mit der Kunst Ende 19.Jahrundert-Anfang 20. Jahrhundert beschäftigt. Diese Sammlung umfasst Werke des französischen Impressionismus und der darauffolgenden Epoche des Postimpressionismus. Wichtige Künstler dieser Zeit stammen ausschließlich aus Frankreich. Es handelt sich dabei um Maler wie Claude Monet (berühmt für seine Seerosen-Gemälde), Edgar Degas („Zwei Tänzerinnen“) und Paul Cézanne. Zudem beheimatet die Albertina Werke des ebenfalls französischen Fauvismus (z.B.: Henri Matisse) und des deutschen Expressionismus (Künstlergruppe „Die Brücke“ und der „Blaue Reiter“). Höhepunkt der Sammlung sind zweifelsohne die Werke von Pablo Picasso und des Surrealismus. Letztere umfassen die Werke von Max Ernst, René Magritte und Joan Miró. Schließlich gibt es noch Kunst aus der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts, unter denen Arbeiten von Gerhard Richter, Georg Baselitz, Alex Katz („Frau mit Hut“) und Anselm Kiefer hervorstechen. 

B. Die Sammlung Essel: Diese wurde 2017 als Dauerleihgabe der „Albertina“ übergeben und wird im Künstlerhaus am Karlsplatz in der „Albertina-Modern“ ausgestellt. Die Sammlung Essel gilt als eine der größten Kunstsammlungen Österreichs und geht auf Karl-Heinz Essel, dem Besitzer der Baumax-Kette zurück. Es werden Werke vieler bedeutender zeitgenössischer Künstler gezeigt. Darunter befinden sich auch etliche Gemälde österreichsicher Künstler wie Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Günter Brus, Hermann Nitsch, Oskar Kokoschka, Gottfried Helnwein und Valie Export.

2. Quartier Belvedere

Das Quartier Belvedere ist im dritten Wiener Gemeindebezirk gelegen und umfasst mehrere Standorte, wobei die drei wichtigsten – Oberes und Unteres Belvedere sowie das Belvedere 21 – in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs liegen und sehr stark von Touristen aus allen Herren Länder besucht sind. Insgesamt werden diese drei Standorte als Österreichische Galerie Belvedere oder seit dem Jahr 2007 kurz einfach nur Belvedere genannte. Das Belvedere ist eines der führenden Museen weltweit. Die berühmte Kunstsammlung, die auf die drei Standorte verteilt ist, umfasst Werke vom Mittelalter (Prunksaal im Unteren Belvedere) bis zur Gegenwart (Temporäre Ausstellungen im Belvedere 21). Unumstrittene Höhepunkte der Kunstsammlung des Belvedere sind die weltweit größte Gustav-Klimt-Gemälde-Sammlung sowie prominente Werke des Wiener Biedermeier, des österreichischen Barock, der Epoche Wien um 1900 und des französischen Impressionismus, die allesamt im Oberen Belvedere zu bewundern sind. Das Schloss, welches das Obere und Untere Belvedere umfasst, wurde von Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745) zwischen 1714 und 1723 für den Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736) erbaut. Beide Bauten bilden mit der verbindenden französischen Gartenanlage ein barockes Ensemble. Seit seiner Errichtung waren die beiden Schlösser der Sommerresidenz von Prinz Eugen, der als Mäzen und Kunstsammler galt, Aufbewahrungsorte zahlreicher Kunstwerke. Nach dem Tod des Prinzen kamen Teile seiner Sammlungen und die Schlösser an das Kaiserhaus Habsburg, das ab 1781 verschiedene Teile der kaiserlichen Kunstsammlungen dort aufstellen ließ. 1903 wurde im Unteren Belvedere die staatliche „Moderne Galerie“ eingerichtet. Nach dem Ende der Monarchie wurden das Untere und später auch das Obere Belvedere sowie die Orangerie zum Museum. Das Obere Belvedere kann man über den Landstraße Gürtel bzw. die Prinz-Eugen-Straße erreichen, das Untere Belvedere hat seinen Hauptzutritt beim Rennweg. Schließlich ist noch das Belvedere 21 zu erwähnen.  Das früher als 21er Haus bezeichnete Museum, ist über die Arsenalstraße in etwa zehn Minuten fußläufig vom Oberen Belvedere zu erreichen und beherbergt ausschließlich zeitgenössische Kunst.  Der Gebäudekomplex wurde anlässlich der Weltausstellung 1958 in Brüssel als Österreich Pavillon nach Plänen des Architekten Karl Schwanzer errichtet. Anschließend wurde es im Schweizergarten wiederhergestellt.

Quellen:

https://www.albertina.at/

https://www.belvedere.at/

https://www.hungeraufkunstundkultur.at/wien

Text: Philipp G.

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