Am Donnerstag dem 16. Mai 2024 fand im ÖGB Catamaran wieder ein Selbstvertretertag statt. Es war der siebente von dieser Art in Folge. Die gesamte Veranstaltung war im Festsaal des Catamaran am Johann – Böhm – Platz 1 von 10h bis 16h anberaumt. Teilnehmerinnen kamen aus ganz Wien von geförderten Organisationen des Fonds Soziales Wien (FSW). Die Anfahrt erfolgte hauptsächlich mit der U2, das Gebäude befindet sich unmittelbar neben der Station „Donaumarina“.
Einlass zur Tagung war ab 9h, dazu mussten wir uns im Eingangsbereich entsprechend der Anfangsbuchstaben unserer Nachnamen anstellen. Es stand dort ein Tisch von A bis L und einer von M bis Z. Zur Hilfe bei Problemen waren „Buddys“ anwesend. Am Tisch angekommen erhielten wir eine Teilnahmeurkunde und ein „Pickerl“ mit unseren Namen. Die Namen der Teilnehmerinnen waren den Organisatoren bekannt, da wir uns schon vor Wochen (Anmeldeschluss war Freitag der 26. April 2024) meistens über das Internet angemeldet hatten.
Entlang einer Ausstellung über die Gründung unserer Republik gingen wir die Stiegen hinauf zum Festsaal, welcher sich sukzessive mit bis zu dreihundert Teilnehmerinnen füllte. Vor dem Festsaal befanden sich drei Stände mit zahlreichem Informationsmaterial über das FSW. Im Festsaal, welcher vorne eine große Bühne beherbergte, herrschte freie Platzwahl. An den Tischen lagen Kugelschreiber und Infos über den Ablauf des Events. Auch ein Zettel, welcher mit inhaltlichen Vorschlägen für den nächsten Selbstvertretertag auszufüllen war, fügte sich ins Ensemble. Für die ausgefüllten Zettel gab es Boxen bei den sogenannten „Ideen – Platzerln“, von denen sich zwei im Erdgeschoss neben der Republiksausstellung befanden. Natürlich war der Festsaal auch barrierefrei über den Lift erreichbar, dies war vor allem für die Rollstuhlfahrerinnen und Menschen mit Gehbehinderung wichtig.
Thema der Veranstaltung war im heurigen Jahr „Meinen Weg finden – selbstständig leben lernen“. Während der Ankommenszeit zwischen 9h und 10h testeten die beiden Moderatorinnen Johannes Müller und Petra Plicka die Funkmikrophone und besprachen den zeitlichen Ablauf des Tages.
Nachdem sich die Geräuschkulisse langsam gelegt hatte, erfolgte um 10h die Eröffnung durch Sozialstadtrat Peter Hacker und der FSW – Geschäftsführerin Susanne Winkler. Um 10h30 war eine Expertinnengruppe an der Reihe, sie erzählten über das Thema „Was war wichtig für meinen Weg?“. Hierzu wurden Videos mit Interviews von Klientinnen gezeigt. Um 11h30 erfolgte die Vorstellung der Organisationen, welche am Nachmittag die Arbeitsgruppen im Erdgeschoss des Catamaran bilden sollten.
Es waren vier Gruppen vorgesehen, die erste Gruppe entwickelte sich im Raum zum Thema „Gesundheit“ und wurde von den Psychosozialen Diensten Wien (PSD) besetzt. Die zweite Gruppe behandelte das Thema „Freizeit“, dies wurde vom Verein LOK (Leben Ohne Krankenhaus) Grätzelkreis und den Freizeitgruppen von Pro Mente erörtert. Im dritten Raum wurde das Thema „Mobilität“ besprochen, hierzu waren Vertreter von Jugend am Werk Mobilitätsbegleitung und ASSIST – ASSISTMOBI Berufsqualifizierung anwesend. Letztendlich entspannten sich im vierten Raum Diskussionen zum Thema „Unterstützung finden und Umgang mit Angehörigen“. Hier leisteten die Vereine HPE (Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter) und Ninlil (Empowerment und Beratung für Frauen mit Behinderung) wertvolle Hilfe.
Zwischen 12h und 13h konnten die anwesenden Besucherinnen das Mittagessen einnehmen, es gab zwei Menüs, einmal „Fleischlaibchen mit Kartoffelpüree und Röstzwiebeln“ und einmal ein Vegetarisches „Gemüsecurry mit Reis“. Während der gesamten Veranstaltung schwirrten Filmteams umher und machten vor allem in den Arbeitsgruppen Interviews.
Am Nachmittag verteilten sich die Teilnehmerinnen auf die vier zuvor erwähnten Gruppen, der erste Teil wurde von 13h bis 13h45 absolviert, der zweite Teil von 14h bis 14h45. Dazwischen gab es jeweils eine Viertelstunde Erholungspause in der wie uns mit dem zahlreich vorhandenen Informationsmaterial eindecken konnten. Die Räume im Erdgeschoss waren gut besucht, es wurde anregend diskutiert. Um 15h versammelten wir uns wieder zu einem Podiumsgespräch im Großen Saal im 1. Stock. Dieses wurde vom Verein Integration geleitet, es gab auch zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum, es waren noch 200 bis 300 Besucherinnen anwesend, welche bis zum Schluss ausgeharrt hatten.
Um 15h50 folgten noch Abschlussworte von Susanne Gabrle, ihres Zeichens Fachbereichsleiterin im FSW. Um 16h war der umfassend gelungene „Selbstvertretertag 2024“ zu Ende. Langsam leerte sich der Saal, und wir machten uns auf den Heimweg.
Text: Harry M.
