Am Mittwoch, dem 8. Oktober 2025, ging die Mediengruppe/Vormittag in die aktuellen Ausstellungen in der Albertina. Ein Teil der Gruppe traf sich um 9 Uhr in den Räumlichkeiten des HandWerk, der andere Teil fand sich um 10 Uhr 45 vor dem Eingang der Albertina ein. Um circa 11 Uhr betrat das gesamte Aufgebot die Empfangshalle, wo unsere Betreuer:innen die Eintrittskarten kauften. Die meisten von uns hatten einen Kulturpass und bekamen so eine Gratiskarte. Mit einem Behindertenausweis kostete die Karte auch nur €7.-, das war erschwinglich. Im Normalfall wird €19,90.- gezahlt.
Wir vereinbarten einen Treffpunkt um 12 Uhr 30 wieder vor dem Eingang der Albertina und splitteten uns in verschiedene Gruppen auf. Ich fuhr mit dem Lift zunächst in den zweiten Stock, wo mich die Sammlung Batliner erwartete. Diese Sammlung beschäftigt sich zum großen Teil mit dem französischen Impressionismus sowie dem deutschen Expressionismus um die Wende zum 20. Jahrhundert. Betitelt ist die Ausstellung „von Monet bis Picasso“. Es entwickelte sich ein Rundgang durch die Räumlichkeiten des zweiten Stocks, die Gemälde waren geordnet nach den Künstlergruppen und den Schaffensperioden.
Ich begann meine Reise im Raum der deutschen Expressionisten, allen voran die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, die sich vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges um die Künstler:innen Wassily Kandinsky und Franz Marc bildete. Die Bilder zeigen die inneren Erfahrungen und Emotionen der Künstler:innen anstatt die äußere Wirklichkeit detailgetreu darzustellen. Weitere Vertreter:innen des Expressionismus waren Alexej Jawlensky, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin. Auch August Macke und Paul Klee sind hier zu erwähnen. Ein weiterer Vertreter des Expressionismus war „Die Brücke“, ein Zusammenschluss von vier Architekturstudent:innen rund um Ernst Ludwig Kirchner.
Ich setzte meine Begehung fort in den Ausstellungsräumen der Impressionisten, allen voran Claude Monet, Auguste Renoir, Édouard Manet und Edgar Degas. Wie auf der Wikipedia – Homepage über den Impressionismus dargestellt, zeichnet sich dieser „durch stimmungsvolle Darstellungen flüchtiger Momentaufnahmen einer Szenerie aus, den „Eindruck“ (lat. impressio) den die Szene beim Betrachter hinterlässt.“

Zwei Gemälde (Öl auf Leinwand) stachen mir besonders ins Auge, das waren „Der Seerosenteich“ und „Blick auf Vétheuil“ von Claude Monet. Wir sahen auch bedeutende Künstler des Pointillismus, eine Spätform des Impressionismus, welche sich durch Auftragen von winzigen Tupfern kennzeichnet. Diese Tupfer sind reine Farbe, die sich erst im Auge des Betrachters mischen. Ein markantes Gemälde dieser Art sahen wir in „Venedig, die rosa Wolke“ von Paul Signac aus dem Jahre 1909.
Die Sammlung Batliner wurde komplettiert durch Werke von Picasso, von seiner frühen kubistischen Zeit bis hin zu seiner späten Schaffensperiode. Hier sind vor allem „Frau mit grünem Hut“ (Öl auf Leinwand aus dem Jahre 1947) und „Mittelmeerlandschaft“ (Öl auf Holz aus dem Jahre 1952) zu erwähnen. Ein Saal war der russischen Avantgarde gewidmet, wir sahen Gemälde von Gontscharowa, Malewitsch und Marc Chagall. Zu guter Letzt wurden wir von österreichischer Kunst des 20. Jahrhunderts beeindruckt, allen voran Oskar Kokoschka und Albin Egger – Lienz.
Im zweiten Stock befand sich außer der Sammlung Batliner eine Ausstellung von Zeichnungen der österreichischen Künstlervereinigung „Hagenbund“. Speziell wurden hier Grafiken und Karikaturen dokumentiert. Darüber hinaus war der Hagenbund eine Vereinigung bildender Künstler in den Jahren 1900 bis 1938. Ähnlich wie die „Wiener Secession“ eine Abspaltung vom Wiener Künstlerhaus.
Abwärts ging ich noch in den ersten Stock, wo die Herbstausstellung „Gothic Modern“ auf mich wartete. In einer Reihe relativ dunkler Kammern waren nur die Gemälde erleuchtet. Wie auf der Homepage der Albertina Wien festgehalten „wurden Hauptwerke von Künstler:innen der Moderne zwischen 1875 und 1925 gezeigt, und in direkte Konfrontation mit ikonischen Gemälden, Grafiken und Skulpturen Alter Meister gestellt. Es findet eine gezielte Bezugnahme auf die Kunst des Spätmittelalters statt. Die Hauptthemen waren Liebe, Sexualität und Tod, Trauer, Glaube und Zweifel. Die Darstellungen des Gekreuzigten sowie der christlichen Märtyrer (Hl. Sebastian) überwiegen.“
Besonders zu erwähnen sind hier Käthe Kollwitz, Max Beckmann und Edward Munch, welche sich neben anderen bewusst von der ausdrucksstarken Kunst eines Holbein, Dürer, Cranach oder Baldung Grien inspirieren ließen. „Die Begegnung mit der mittelalterlichen Ästhetik rief große Gefühle hervor und eröffnete den Künstler:innen neue Wege sich mit den grundlegenden Fragen menschlichen Daseins auseinanderzusetzen.“ (zitiert nach: Albertina Wien)

„Gothic Modern“ war gleichsam die letzte Ausstellung, die ich in größerem Stil an diesem Tag besuchte. Es fehlte für die Ausstellungen im Erdgeschoss schlicht an Zeit. Es war kurz nach 12h, als ich bei der Fotoausstellung von Jitka Hanzlova vorbeiging, eine interessante Dokumentation über das Tschechien vor und nach dem Mauerfall. Auch die Rauminstallationen von Brigitte Kowanz mit dem Titel „Light is what we see“ konnte ich nicht mehr real begutachten. Dazu gibt es allerdings sehr viele schöne Bilder im Internet, welches auch für die Prunkräume der Albertina gilt.
Zu jeder Ausstellung gab es auch Buchbände im Shop, die ich mir am Ende, kurz vor 12 Uhr 30, ansah. Ich beschloss mir eventuell zu einem späteren Zeitpunkt ein paar Bücher zu kaufen und begab mich vor die Albertina, wo die Gruppe schon wartete. Wir schossen gemeinsam noch ein paar Fotos, und besprachen ein bisschen das Gesehene. Wir wurden anschließend entlassen und gingen nach Hause. Ein aufregender Vormittag!
Text: Harry M.
Foto: Mediengruppe VM
Quellen:
